Kaum ein Thema hält die Automobilbranche derzeit so auf Trab wie die E-Mobilität. Weg von Verbrennungsmotoren, hin zu E-Autos ist die Forderung. Aber sind E-Autos wirklich so viel umweltfreundlicher als Diesel oder Benziner? Und sind sie wirklich die beste Alternative? Schließlich gibt es auch noch Optionen wie Brennstoffzellen- oder Erdgasfahrzeuge. Der Strom, mit dem die E-Autos fahren, muss schließlich auch irgendwo herkommen und im besten Fall umweltfreundlich sein. Wie sieht es außerdem mit dem Bau der Autos und besonders der Komponenten aus? In den letzten Monaten sind aus diesen Gründen nicht nur positive Stimmen zum Thema E-Mobilität laut geworden. Eine kritische Betrachtung des Themas E-Mobilität sollte nicht ausbleiben, aber die Wichtigkeit lässt sich in keinem Fall bestreiten. Aus diesem Grund muss und wird auch der Arbeitsmarkt darauf reagieren. Hier stellt sich nur die Frage, ob E-Mobilität eher positive oder eher negative Auswirkungen zeigen wird.

Vor- und Nachteile von E-Mobilität

Der größte Vorteil von E-Mobilität liegt klar auf der Hand: Kein lokaler Ausstoß von Schadstoffen und damit Umweltfreundlichkeit. Weiterhin ist E-Mobilität als Innovation zu sehen – für die Produktion eines Elektroantriebs werden im Vergleich zu rund 1200 Teilen für Verbrennungsmotoren nur ca. 200 Teile benötigt – die Montagezeit sinkt damit von ca. 20 auf unter 15 Stunden. Der Arbeitsaufwand wird also stark verringert. Auch Straßenlärm gehört mit E-Autos der Vergangenheit an, sie fahren nahezu geräuschlos, wodurch Bewohner besonders in Ballungsgebieten oder an Autobahnen entlastet werden. Aber wie fast alle Innovationen bringt E-Mobilität nicht nur Vorteile mit sich.
E-Autos haben zwar keine direkten Emissionen, aber sie nutzen Strom von Kohle- und Gaskraftwerken, die enorm viele Schadstoffe ausstoßen. Die Forderung nach der Nutzung von Ökostrom lässt sich aktuell noch nicht umsetzen, daher gibt es nur wenige Alternativen.
Aber nicht nur die Umwelt, auch die Arbeitswelt wird durch die E-Mobilität beeinflusst. Auch wenn durch E-Mobilität in einigen Branchen neue Arbeitsplätze entstehen, ist besonders die Antriebstechnik gefährdet – hier kann laut Studien bis zum Jahr 2030 etwa jeder dritte Job wegfallen, in der gesamten Automobilbranche jeder elfte.
Daneben sind E-Autos aktuell nur für den Innenstadtgebrauch praktisch und vorteilhaft. Kurze Reichweiten, dafür lange Ladezeiten und ein schlecht ausgebautes Netz von Stromtankstellen erschweren den alltäglichen Gebrauch.

Wie ist die aktuelle Situation in Bezug auf die Umwelt?

Was den Umweltaspekt angeht, ist E-Mobilität gleichzeitig Fluch und Segen. Lokal gibt es zwar keine Emissionen, dafür aber bei der Produktion der für den Antrieb benötigten Komponenten. Besonders die Akkus sind in der Produktion sehr aufwändig und teuer und ihre Bestandteile wie z.B. Kobalt und Lithium fordern Abbau sowie Weiterverarbeitung, die die Umwelt stark belasten.
Schaut man auf die Nutzung von E-Autos in den Innenstädten, haben sie vor Ort in jedem Fall einen positiven Einfluss auf die Umwelt. Denn besonders in Großstädten ist die Luftqualität durch starke Emissionen schlecht. Auch in Ballungsgebieten wie beispielsweise dem Ruhrgebiet, in denen es viele überlastete Autobahnen gibt, sind die Emissionen durch Autoabgase sehr hoch. Durch mehr E-Autos auf den Straßen kann sich die Luftqualität langfristig verbessern.
Im Endeffekt hängt es jedoch von vielen Faktoren ab, ob E-Autos auf den gesamten Lebenszyklus weniger schädlich für die Umwelt sind als Benziner oder Diesel. Seriöse Ökobilanzen sehen E-Autos aktuell auf dem Niveau von sparsamen Verbrennern.
Um an dieser Situation etwas zu ändern, muss die Entwicklung von mehr Leichtbauteilen, besseren Batterien und leistungsfähigerer Elektronik voranschreiten. Damit überträgt sich die Aufgabe der Automobilbranche auch auf andere Branchen, wie beispielsweise die Energie- und Umweltbranche.

Bedeutung für den Arbeitsmarkt

Für das Headhunting und die Executive Search ergibt sich aus den aufkommenden Veränderungen, dass viel mehr branchenübergreifend gesucht werden muss. Es reicht nicht mehr aus, nur klassische Rollen in klassischen Konzernunternehmen zu suchen und neu zu besetzen. Wer bei einem Automobilkonzern mit exzellenter Branchenkenntnis erfolgreich in einer Führungsposition gearbeitet hat, muss sich in die Thematik der E-Mobilität wieder neu einarbeiten und braucht Unterstützung aus anderen Branchen. Die Verzahnung von Branchen, die bisher nicht viel miteinander zu tun hatten, führt daher zu Unsicherheit und einer neuen Bildung der Branche „E-Mobilität“.  Suchen müssen somit sowohl interdisziplinär als auch branchenübergreifend gestaltet werden, um Positionen weiterhin gut besetzen zu können. Es ist wichtig, dass man sich hier auf Visionäre konzentriert, die dabei helfen, durchzuhalten, Phasen der Unsicherheit zu überbrücken und das Thema E-Mobilität konsequent voranzutreiben, wie es beispielsweise Elon Musk mit Tesla erfolgreich getan hat.